Teichprojekt Gornzigtal Meerane

Mit der Stadtverwaltung Meerane als Inhaber des Flurstückes 2304/1 ( Waldteich Gornzigtal ) inklusive Quelle der Gornzig mit Bachlauf wurde am 19.11.2015 ein Nutzungsvertrag mit unserem Verein unterzeichnet.

Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten und dem derzeitigen Zustand des Teiches, werden umfangreiche Arbeiten bezüglich Zu- und Ablauf des Teiches, sowie Baumschnitt- und Baggerarbeiten am Gewässer notwendig. Vorrangig ist hierbei die Trockenlegung des Teiches. Die Arbeiten finden hierbei unter ständiger Beachtung der Laichzeiten und Vogelbrutperioden statt, sodass leider längere Baustopphasen stattfinden müssen. Nach Recherchen des Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung Meerane, wurde die Anlage im Jahr 1928 in Betrieb genommen und diente u. a. der Trinkwasserversorgung der Stadt Meerane.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden gezielte Aufforstungsarbeiten um das Gewässer stattfinden. Zum Einsatz in unmittelbarer Gewässernähe kommt unter anderem die Schwarze Erle zur Gewässerökologischen Aufwertung. Im Jahr 2019 fand ein Eigentümerwechsel statt. Das Gewässer befindet sich nun im Privatbesitz. Der Nutzungsvertrag wurde vom neuen Eigentümer übernommen. Eine Vertragsneuverhandlung findet im Jannuar 2020 statt.

Die Bilder folgen im Anschluss der Arbeitstagbeschreibung!

-05.12.2015 erster Arbeitstag

Erschreckender Weise stellten sich die zum Ziel gesetzten Aufgaben erheblicher und umfangreicher dar, als erwartet. Ca. 40 % des vorhandenen Baumbestandes weisen Sturmschäden auf oder sind akut einsturz gefährdet. Die ursprünglich durch das Umweltreferat als erhaltungswürdig eingestuften Weiden sind vollständig ausgehöhlert und stellen bereits jetzt eine konkrete Gefahr für Mensch und Tier am Gewässer und Gewässerumfeld dar. Daher wurde beschlossen, diesen mittels schwerem Gerät am nächtens Arbeitstag zu Leibe zu rücken. Vorrangig wurden Zugänge zum ca. 100 Jahre alten gemauerten Ablauf und dem Zulauf geschaffen, um sich einen besseren Überblick, aber auch ausreichend Bewegungsräume für den Einsatz eines Kettenbaggers zu ermöglichen. Weiterhin wurde der alte Ablauf aufgepickert, da er vollständig marode und verstopft war.

Was sich dann in einem übelriechenden Schwall in das ehemalige Ablaufbett ergoss, war auch nicht zu erwarten. Eine ca. 1 Meter dicke Faulschlammschicht suchte ihren Weg zum Ausgang. Der Bagger wird sich also vor Arbeit nicht retten können. Ein erhebliches Problem stellt sich auch bei der Tiefe des angrenzenden Überlaufes der sich in Privatbesitz befindlichen Quelle dar. Dieser macht derzeit die Masse des Wassereintrags aus, wurde jedoch Gedankenfrei unterirdisch verrohrt in den Teich eingeleitet, so dass dieser zunächst in das umliegende Bachbett umgeleitet werden muß, um den Teich trocken legen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dieser direkt vom Quellüberlauf in ein neu geschaffenes Bachbett in den Teich einfließen. Eine direkte Einleitung in das angrenzende Bachbett ist auf Grund der Höhenunterschiede leider nicht möglich.

Ein besonderer Dank gilt den Freiwilligen, welche sich als Forstfacharbeiter hervorragend einbrachten und auch gute Tips für die weiteren Arbeitseinsätze gaben.

-06.02. und 13.02.2016 zweiter und dritter Arbeitstag

Die Arbeiten bezogen sich hauptsächlich auf die Abholzung des verbliebenen massiv geschädigten Baumbestandes rings um das Vereinsgewässer. Das gesteckte Ziel wurde hierbei mit Beendigung des letzten Arbeitseinsatzes erfüllt, auch wenn hierbei einige Bäume im Teich-bett landeten. Hintergrund war allerdings der drohende Beginn der Vogelbrutperiode, sodass die nachfolgende Bergung dieser eine nachgeordnete Rolle spielt. Weiterhin wurde die Ableitung des Quellüberlaufes in den angrenzenden Bachlauf hergestellt.

An beiden Tagen konnten sich die Vereinsmitglieder und Freiwilligen an hausgemachtem Kesselgulasch und Erbseneintopf am Lagerfeuer laben. Das landestypische "Flüssigbrot" diente natürlich auch zur Hebung der Moral und Steigerung der Arbeitskraft.

Ein besonderes Highlight war die Bergung einer endemischen Form namens Waschbär, welcher, im inneren eingeklemmt, erst bei der Zerlegung einer gefällten und ausgehöhlten Weide zum Vorschein kam und uns nach seiner "Rettung" von einem gegenüberliegenden Baum aus misstrauisch beäugte.

Alles in Allem zwei gelungene Arbeitstage, die insbesondere auch der Bildung des Vereinsgefüges zu Gute kamen. 

-20.02.2016 vierter Arbeitstag

Hierbei wurden hauptsächlich die Uferbereiche des Teiches von herabgefallenen Gehölz und Reste ehemaliger Holzpalisaden beräumt und aufgeschichtet. Vorhandene gefällte Bäume wurden zerteilt und transportgerecht abgelegt. Trotz des unangenehmen Wetters verlief der Einsatz zielführend und legte erstmalig einen Blick auf den gesamten Umfang der Ausmaße des Teiches und seiner Ufer frei. Zur Verköstigung wurde eine deftige Linsensuppe am Lagerfeuer ausgereicht.

-27.02.2016 fünfter Arbeitstag

An diesem Tag wurden die, während der Fällarbeiten in den Teich gefallenen, Bäume zur Bergung vorbereitet. Unter diesmal leider mäßiger Beteiligung der Vereinsmitglieder wurde jedoch das gesteckte Ziel erreicht. Hervorzuheben sind dabei die unermüdlichen Leistungen unserer beiden "Anwärter" und angehenden aktiven Mitglieder David und Bert, welche demnächst den Vorbereitungslehrgang zur Fischereischeinprüfung und damit einhergehend die anschließende Sachkundeprüfung ablegen. Schon einmal Viel Glück und Erfolg dafür!

Gereicht wurde wieder ein deftiger Gulasch am Lagerfeuer und natürlich Hopfenblütentee;-)

-19.03.2016 sechster Arbeitstag

Über einen ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieb konnte eine Zugmaschine mit ausziehbarem Staplerarm organisiert werden. Hierdurch waren wir in der Lage, die großen Bäume aus dem Teich zu bergen und auch einige Wurzeln zu entfernen. Die tonnenschweren Baumstämme wurden teilweise vor dem Teich abgelegt, um sie dort zersägen zu können. Auch konnten mittels der Hubfunktion des Fahrzeugs tote Äste aus den Bäumen herausgeschnitten werden. Alles in allem ein gelungener Arbeitseinsatz.

-09.04.2016 siebter Arbeitstag

Durch die ortsansässige Stadttechnik, welcher auch ein Angelfreund angehört, konnte ein mobiler Häcksler organisiert werden. Hierdurch waren wir in der Lage, die gewaltige Menge an Astabschnitten einzudämmen. Jedoch werden hierzu noch einige Einsätze notwendig werden. Das anfallende Häckselwerk fand anschließend einen regen Absatz als Rindenmulch.

-14.05.2016 achter Arbeitstag

Hier fanden Sägearbeiten statt, um die auf den umliegenden Flächen befindlichen Bäume zu zerlegen und transportgerecht zu stapeln.

-20./21.05.2016 neunter und zehnter Arbeitstag

An beiden Tagen wurden die restlichen, größeren Baumteile aus dem Teich gezogen, sowie die angehäuften Astabschnitte gehäckselt. Zum Einsatz kamen hierbei ein Radlader einer Leihgerätefirma und der mobile Häcksler der Stadttechnik Meerane. Auch eine ortsansässige Straßenbaufirma unterstützte die Aktionen mit notwendigen Arbeitsmaterialien. Das Einsatzwochenende war ein voller Erfolg, sodass sich nun auch für Außenstehende ein Gesamtbild abzeichnen lässt.

Als nächster wichtiger Punkt steht nun die Probenentnahme und Untersuchung des Teichschlammes bevor, um die Entschlammung durchführen zu können.

-26./27.08.2016 elfter Arbeitstag

Beginn der Baggerarbeiten zur Trockenlegung und Aushub des Teichschlammes.

- März/ April 2017 Fortführung der Trockenlegung

Sanierung einer defekten Brunnenabdeckung, Vertiefung Ableitungsgraben, permanente Erweiterung einer Ableitungsrinne im Teich zur Trockenlegung, Ausbringen der Rasensaat auf den umliegenden Grabungsrückständen

 

- Juni/ September 2017 Nachsaat Rasen, Beräumung/ Glättung der vorderen Fläche, Anbindung ehemaliger Trinkwasserbrunnenüberlauf, Verschüttung und Verdämmung der ehemaligen Furt, Entfernung restlicher Schlammrückstände 

 

- März/ April/ Juni 2018 Neubau Umlaufsicherung ehemaliger Brunnen, Wiederherstellung Ablaufbauwerk, Neubau Fundament Mönch

Fotos M. Mielich

Der Teich ist nun ( Stand Ende Juni 2018 ) vollständig vom Zelluloseschlamm befreit, so dass sich wieder eine Flora und Fauna entwickeln kann. Erste Erfolge stellten sich hierbei im Sommer 2017 ein, in dem sich in der Durchlaufrinne im Teich erstmalig Insektenlarven der Gewässergüteklasse I ansiedelten. Außerdem bewährte sich der Einsatz von Destruktoren, wie z. B. Bachflohkrebse, um die Durchgängigkeit des angrenzenden Bachlaufs und der Durchlaufrinne im Teich aufrecht zu erhalten. Auch stellt sich mittlerweile ein gewässertypischer Bewuchs in Form von z. B. Binsenkraut, Schachtelhalm und Rohrkolben ein. Des weiteren entwickelten sich die angesäten Teichschlammdämme hervorragend und verfestigten sich zusehends. Die Rückkehr von Kammmolch, Grasfrosch und Erdkröten., nach jahrzehntelanger Abwesenheit, blieb natürlich auch nicht unbemerkt.

Das Ablaufbauwerk wurde saniert und geschlossen. Ein Fundament für einen Teichmönch wurde hergestellt.  Nach Installation des Teichmönches kann nun mit dem Fluten begonnen werden.

 

(Stand Ende November 2018 ) Der Teichmönch wurde gesetzt und angeschlossen. Das Anfluten hat begonnen.  Der Bewuchs im Teich wurde zurück geschnitten und entfernt, um die Biomasse zu verringern. Die Wasserfläche hat sich innerhalb von 6 Tagen um 10 cm erhöht.

Im Sinne des Hochwasserschutzes wurde ein Überlauf vom angrenzenden Bachlauf zum Teich installiert und der Damm erhöht. Nun erfolgt noch der Rückschnitt des Uferbereiches.

Die Sanierung und Wiederherstellung des Teiches ist somit abgeschlossen. Die im Vorfeld veranschlagten drei Jahre wurden eingehalten.

April 2019: Bilder nach Anstau und Wegebegradigung